
Das EPR-Jahr 2025 im Überblick: Neuerungen, Herausforderungen & neue Pflichten in 2026
Inhalt:
- Rückblick 2025: Was sich in der EU verändert hat
- Ausblick 2026: Was sich mit der PPWR grundlegend ändern wird
- Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten
- Fazit: Jetzt vorbereiten und 2026 compliant starten
Das Wichtigste in Kürze: 2025 war ein Jahr mit erweiterten EPR-Pflichten, neuen Meldepflichten und zusätzlichen Kennzeichnungsvorgaben in mehreren EU-Ländern. 2026 bringt mit der neuen Verpackungsverordnung (PPWR) bedeutende Veränderungen – darunter den verpflichtenden Bevollmächtigten für Verpackungen. Wer zum Jahresstart seine Datenprozesse, Verpackungsdesigns und grenzüberschreitenden Verantwortlichkeiten prüft, schafft eine solide Grundlage, um die neuen Anforderungen effizient zu erfüllen und gut vorbereitet ins PPWR-Jahr zu starten.
Das Jahr 2025 geht zu Ende und mit ihm ein weiterer Meilenstein für die europäische Verpackungs- und EPR-Landschaft. Kaum ein Bereich war in diesem Jahr so stark in Bewegung wie die Verpackungsregulierung: Neue nationale Vorgaben und die Vorbereitung auf die kommenden EU-Vorgaben prägten den Alltag vieler Unternehmen, die Verpackungen in Europa in Verkehr bringen.
Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) rückt eine der größten regulatorischen Neuerungen der letzten Jahre in greifbare Nähe. Mit ihr werden ab 2026 umfassende Änderungen wirksam. Dieser Jahresrückblick zeigt die wichtigsten Entwicklungen 2025 und gibt Orientierung, was euch im Jahr 2026 erwartet.
Rückblick 2025: Was sich in der EU verändert hat
Das Jahr 2025 war geprägt von einer deutlichen Ausweitung bestehender EPR-Pflichten in mehreren EU-Mitgliedstaaten. Obwohl weiterhin nationale Unterschiede bestehen, haben viele Länder ihre Anforderungen angeglichen – insbesondere in den Bereichen Transportverpackungen, Kennzeichnung und Datenmeldungen.
Ausweitung der EPR-Pflichten bei Transport- und gewerblichen Verpackungen
Mehrere Länder haben 2025 erstmals auch Transport- und Gewerbeverpackungen stärker in ihre EPR-Systeme integriert. Dies führte dazu, dass Unternehmen teilweise neue Registrierungen vornehmen oder erstmals zusätzliche Material- und Mengenmeldungen abgeben mussten.
Beispiele:
- Portugal: 2025 wurde die Pflicht zur Systembeteiligung und Meldung von Verpackungen auch auf gewerblichen Verpackungen ausgeweitet. Unternehmen müssen seitdem genauer zwischen Haushalts-, gewerblichen und industriellen Verpackungen differenzieren und diese entsprechend melden.
- Spanien: Auch in Spanien müssen Hersteller:innen seit 2025 ihr gewerblichen Verpackungen registrieren und melden.
Neue Kennzeichnungspflichten für Verpackungen
2025 traten in mehreren Ländern neue Kennzeichnungsanforderungen in Kraft. Das einheitliche EU-Ziel: mehr Transparenz darüber, wie Verpackungen entsorgt werden sollen oder welcher Materialkategorie sie zugeordnet sind.
Beispiele:
- Spanien: Die landesweite Einführung klarer Vorgaben für Entsorgungs- und Materialkennzeichnungen sorgte 2025 dafür, dass viele Unternehmen ihre Verpackungsdesigns anpassen mussten. Einige Kategorien erfordern nun Hinweise auf Trennung und korrekte Entsorgung.
- Frankreich: Das bereits etablierte Triman-Logo blieb bestehen, wurde aber weiter präzisiert, etwa hinsichtlich digitaler Kennzeichnungsmöglichkeiten bei sehr kleinen Verpackungsflächen.
- Portugal: Auch in Portugal gilt seit 2025 eine neue Kennzeichnungspflicht für Verpackungen. Bisher konnten Unternehmen Entsorgungshinweise auf der Webseite, in der Gebrauchsanweisung oder an Verkaufsstellen bereitstellen. Seit Januar 2025 gemäß Artikel 28 des Gesetzesdekrets Nr. 152-D/2017 müssen diese auf Verpackungen angebracht werden.
Erweiterte Daten- und Transparenzpflichten
Ein zentrales Thema 2025: Datenqualität. Immer mehr Länder verlangten detaillierte Angaben zur Materialzusammensetzung, zu Mehrweganteilen, zu Verpackungsgewichten und zu in Verkehr gebrachten Mengen. Für Unternehmen bedeutete dies mehr Vorbereitungsaufwand, aber auch die Chance, interne Datenprozesse zu professionalisieren.
Online-Handel & Marktplatzkontrollen
Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister blieben 2025 stark im Fokus. Einige EU-Staaten verschärften die Vorgaben für Plattformen, um sicherzustellen, dass ausländische Händler:innen ihren EPR-Pflichten nachkommen. Dadurch erhöhte sich der Druck auf Seller, Registrierungsnachweise und Systembeteiligungen lückenlos nachzuweisen.
Ausblick 2026: Was sich mit der PPWR grundlegend ändern wird
2026 verändert sich die Rechtsgrundlage grundlegend: Die bisherige Verpackungsrichtlinie wird durch die geltende Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) abgelöst. Das sorgt für weniger nationalen Interpretationsspielraum, aber auch für spürbar mehr Klarheit.
Der Authorised Representative für Verpackungen
Eine der bedeutendsten Neuerungen in den kommenden Jahren ist die Einführung des verpflichtenden Authorised Representative (Bevollmächtigten).
Er ist in Zukunft in bestimmten Fällen notwendig, um sicherzustellen, dass Unternehmen in jedem EU-Land eindeutig einen Verantwortlichen für EPR und Verpackungscompliance benennen.
Für wen gilt die Pflicht?
- Unternehmen ohne Sitz im jeweiligen Mitgliedstaat, welches dort Verpackungen in Verkehr bringt
- Hersteller:innen und Importeur:innen, die grenzüberschreitend aktiv sind
Welche Aufgaben übernimmt der AR?
- Registrierung in nationalen EPR-Systemen
- Meldung der Verpackungsmengen
- Kommunikation mit Behörden
- Sicherstellung der laufenden Compliance im jeweiligen Land
Weitere PPWR-Verpflichtungen ab 2026
Je nach finalem Zeitplan der EU treten ab 2026 weitere Änderungen in Kraft, u. a.:
- strengere Vorgaben zu recyclingfähigem Design
- verbindliche Kennzeichnungspflichten
- erste Schritte in Richtung Verpackungsreduktion und Wiederverwendbarkeit
- klare Regeln für Einwegverbote in bestimmten Bereichen
Die PPWR setzt damit erstmals kohärente und europaweit geltende Standards.
Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten
Mit dem Start ins Jahr 2026 beginnt für viele Unternehmen eine neue Phase der Packaging-Compliance. Die PPWR wird schrittweise wirksam, und gleichzeitig rücken neue Verantwortlichkeiten, solide Datenstrukturen und einheitliche Verpackungsstandards stärker in den Mittelpunkt. Der Jahresbeginn eignet sich daher, um zentrale Bereiche strukturiert anzugehen: Dazu gehört vor allem, die vorhandenen Daten- und Reportingprozesse zu überprüfen und gegebenenfalls zu vereinheitlichen, denn zuverlässige Material- und Mengenangaben sind künftig entscheidend, um die strengeren Anforderungen der PPWR sicher zu erfüllen.
Ebenso lohnt sich ein Blick auf das Verpackungsportfolio: Welche Verpackungen erfüllen bereits die geforderten Kriterien zur Recycelbarkeit, wo besteht Verbesserungsbedarf und welche Alternativen sind möglich? Eine frühe Auseinandersetzung mit Design-for-Recycling-Aspekten hilft, langfristig sowohl regulatorische Anforderungen als auch Kosteneffekte besser zu steuern.
Unternehmen, die grenzüberschreitend verkaufen oder keinen Sitz in jedem belieferten EU-Land haben, sollten sich zudem frühzeitig mit dem neuen Authorised Representative auseinandersetzen. Die Klärung, ob und wo ein Bevollmächtigter benötigt wird, schafft Sicherheit und verhindert spätere Engpässe bei Registrierungen oder Meldungen. Hierzu unterstützen wir von Lizenzero gerne!
Darüber hinaus empfiehlt es sich, zu Jahresbeginn ein strukturiertes Monitoring der PPWR-Umsetzung in den einzelnen Mitgliedstaaten aufzusetzen. Obwohl die Verordnung direkt gilt, kann die praktische Ausgestaltung einzelner Systeme variieren, insbesondere in Übergangsphasen. Ein verlässlicher Überblick über lokale Anforderungen erleichtert die Planung erheblich.
Fazit: Jetzt vorbereiten und 2026 compliant starten
2025 war ein Jahr der Vorbereitung, Anpassung und zunehmenden Harmonisierung innerhalb der EU. Die Verpackungsregulierung gewinnt weiter an Bedeutung und 2026 wird mit der PPWR einen entscheidenden neuen Rahmen setzen.
Mit der Einführung des Bevollmächtigten, neuen Kennzeichnungspflichten und strengeren Designanforderungen beginnt eine neue Ära der Packaging Compliance in Europa. Insgesamt bietet der Jahresstart 2026 eine gute Gelegenheit, organisatorische Grundlagen zu schaffen, Prozesse zu aktualisieren und strategische Entscheidungen für die kommenden Monate zu treffen. Wer diese Schritte früh angeht, schafft stabile Voraussetzungen für eine reibungslose und effiziente Erfüllung der neuen Verpackungsanforderungen in der EU.