Ein Amazon FBA Business starten: Schritt-für-Schritt zum Erfolg im Online-Handel

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Fulfillment by Amazon (FBA) ist zugleich eine Versandmethode und ein Geschäftsmodell. Dabei nutzt ein*e Unternehmer*in die Marktplatz-Infrastruktur von Amazon, um die eigenen Produkte zu vertreiben. Der/die Verkäufer*in auf dem Amazon Marktplatz lagert einige oder alle Waren des Bestands bei Amazon. Bestellt ein*e Kund*in, werden die Produkte direkt von Amazon an diese*n versandt. Auch Retouren und die Kundenbetreuung werden mit abgedeckt.

Amazon übernimmt also die gesamte Logistik der Auftragsabwicklung für den/die Händler*in. Entsprechend attraktiv erscheint das Geschäftsmodell für Gründer*innen. Es hat jedoch auch einige Schwierigkeiten und Nachteile. Wie können Unternehmer*innen ein Amazon FBA Business starten? Und was müssen zukünftige Onlinehändler*innen dabei beachten? Wir haben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie zusammengestellt.

 

Amazon FBA ermöglicht leichten Business-Einstieg

Die Idee klingt verlockend: Ein eigenes Onlinegeschäft mit einem attraktiven Produkt-Portfolio aufbauen und dabei keinen Stress mit Lagerhaltung und Versand haben. Ein Business, das sich flexibel wahlweise hauptberuflich oder als Nebentätigkeit betreiben lässt. Händler*innen können zudem für ihr Geschäft auf den größten digitalen Marktplatz in Deutschland und Europa mit Millionen von Kunden zurückgreifen. Amazon, der mit Abstand größte B2C-E-Commerce-Anbieter hierzulande, bietet mit „Verkaufen bei Amazon“ und „Versand durch Amazon“ – auch FBA oder Fulfillment by Amazon genannt – ein serviceorientiertes Verkaufskonzept für Gründer*innen.

Der Weg in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Geschäft im Internet scheint verlockender und leichter als je zuvor. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht: Der Amazon Marketplace ist ein eigener Mikrokosmos mit eigenen Gesetzen. Wer sein erfolgreiches Amazon-FBA-Business starten will, muss Zeit und Geld investieren sowie sich das nötige Fachwissen aneignen. Grundsätzlich lässt sich auch heute noch mit Amazon FBA Geld verdienen – je nach Engagement handelt es sich dabei um einen Zuverdienst oder eine Haupteinnahmequelle. Man sollte sich ganz zu Beginn seiner Tätigkeit als Amazon-Marketplace-Verkäufer einige essenzielle Fragen stellen:

  • Welche Produkte möchte ich verkaufen und wo kann ich sie zu günstigen Preisen beschaffen?
  • Wie groß ist die Konkurrenz in meiner Branche bereits?
  • Möchte ich meinen Onlineshop in Vollzeit oder als Nebengeschäft betreiben?
  • Wie umfangreich wird meine Verkaufstätigkeit sein und welche Rechtsform soll mein Gewerbe haben?

 

Wer sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, hat schon den ersten Schritt in die Selbstständigkeit mit einem FBA-Business gemacht. Wie es dann weitergeht, erklären wir Ihnen in unserer Amazon-FBA-Schritt-für-Schritt-Anleitung.

 

Überblick: Amazon FBA starten und ein erfolgreiches Online-Business aufbauen

  • Gründer*innen können mit ihrem Onlineshop Millionen von Kunden auf dem Amazon-Marktplatz erreichen
  • Sehr niedrige Zugangsbeschränkungen für die Shop-Eröffnung durch Neu-Unternehmer*innen und einfache Möglichkeit, das Business auch wieder zu stoppen
  • Der Shop ist auf ganz Europa erweiterbar
  • Auf Wunsch kann das bequeme Fulfillment by Amazon (Versand durch Amazon) hinzugewählt werden
  • Umfassende Werbemöglichkeiten für Produkte

 

Amazon-FBA-Anleitung – Schritt für Schritt zum erfolgreichen Geschäft

Es gibt mehr als einen Weg, um ein erfolgreiches Amazon-FBA-Business zu starten. Der große E-Commerce-Händler versucht, das Verkaufen auf seiner Plattform so flexibel wie möglich zu gestalten. Das lässt Verkäufern viel Freiraum bei der Ausgestaltung ihres Geschäfts. Ein paar grundsätzliche Anforderungen müssen jedoch erfüllt werden, bevor es wirklich losgehen kann.

1. Einen Businessplan machen

Da der Start des eigenen Amazon Business‘ mit erheblichem Kapitaleinsatz oder gar einem Gründungskredit verbunden sein kann, sollten zukünftige Unternehmer*innen entweder nur für sich oder für potenzielle Kreditgeber einen Businessplan erstellen, um die wichtigsten Eckpunkte der Geschäftsgründung zu skizzieren. Der erste Schritt für erfolgreiches Verkaufen und ein funktionierendes Gewerbe als Amazon-Händler*in ist ein Produkt. Da gibt es entweder die Möglichkeiten, fertige Waren einzukaufen und als Zwischenhändler*in weiterzuvertreiben oder selbst ein Produkt zu entwickeln, um es über Amazon anzubieten. Anschließend sollte ausführlich der Markt und die Konkurrenzsituation bei Amazon in Augenschein genommen werden. Sinnvoll ist es auch, seinen Kapitalbedarf einmal im Detail auszurechnen. Dazu zählen etwa Produktkosten, Importkosten, Marketingkosten und Amazon-Gebühren und -Provisionen.

Auch der Besuch eines Amazon-FBA-Kurses, die Lektüre von Fachliteratur oder die Teilnahme an Online-Seminaren, die von Amazon angeboten werden, sollte in Betracht gezogen werden, bevor erste Schritte in Richtung des Amazon-Verkaufens unternommen werden.

2. Gewerbe anmelden und Steuernummern beantragen

Bevor es mit dem Verkauf auf dem Amazon-Marktplatz losgehen kann, müssen Verkäufer*innen erst einmal ein Unternehmen gründen und registrieren lassen. Je nachdem, welche Ambitionen der/die Gründer*in hat, kann er sich zunächst als Kleinunternehmer*in und Einzelunternehmer*in bei seinem zuständigen Gewerbeamt registrieren. Der Gewerbeschein kostet je nach Ort zwischen 20 und 60 Euro. Die Anmeldung ist teilweise digital möglich. Weitere mögliche Rechtsformen für die Gründung sind beispielsweise die GmbH, die UG (haftungsbeschränkt) oder die GbR. Je nach gewählter Unternehmensform gehen damit Rechte und Pflichten einher. Ein*e Steuerberater*in oder Unternehmensberater*in kann im Zweifelsfall weiterhelfen, um die passende Unternehmensform für den Start des FBA-Business‘ zu finden. Nach der Registrierung beim Gewerbeamt kann man bei seinem zuständigen Finanzamt eine Steuernummer beantragen und – falls die Kleinunternehmerregelung keine Anwendung findet – seine Umsatzsteuer-ID.

3. Geschäftskonto eröffnen

Es ist sinnvoll, bereits von Anfang an ein Geschäftskonto zu nutzen, über das alle eingehenden und ausgehenden Zahlungen der Gewerbetätigkeit abgerechnet werden. Das ist zu Beginn der Selbstständigkeit keine Pflicht – macht aber Sinn, um private und geschäftliche Zahlungen zu trennen. Hinzu kommt, dass bei den meisten privaten Bankkonten nicht erlaubt ist, den Account für gewerbliche Zwecke zu nutzen.

4. Anmeldung zum Verkaufen bei Amazon

Sobald ein*e Händler*in seine Gewerbedaten und Steuerdaten erhalten hat, kann er/sie mit den Informationen sein/ihr Konto zum Verkaufen bei Amazon über die Website von Amazon Services eröffnen. Schritt für Schritt kann dann der Onlineshop auf dem Marktplatz eingerichtet werden. In der Amazon Seller Central können alle nötigen Einstellungen vorgenommen werden. Händler*innen sollten sich nach der Registrierung mit dem System und seinen vielfältigen Möglichkeiten vertraut machen. Wer nicht sofort mit den komplexen Optionen zurechtkommt, findet in der „Seller University“ eine ausführliche Dokumentation.

5. EORI-Nummer beantragen

Viele Marktplatz-Händler*innen führen Produkte aus dem nicht-europäischen Ausland ein, um sie bei Amazon weiterzuverkaufen. Um Waren – beispielsweise aus Fernost – importieren zu können, muss eine sogenannte EORI-Nummer beim Zoll beantragt werden. Das kann mittlerweile bequem online erledigt werden.

6. Produkte finden und bestellen

Anschließend wird es wirklich spannend: Händler*innen können jetzt Produktproben oder fertige Produkt-Chargen bestellen. Viele Amazon-Händler*innen ordern ihre Waren in Asien auf Marktplätzen wie Alibaba, um sie anschließend in Deutschland und Europa weiterzuverkaufen. Grundsätzlich ist das eine vielversprechende Möglichkeit, um mit Großhändlern in Fernost in Kontakt zu kommen. Viele Amazon-Verkäufer*innen bauen sich so ein ganzes Netzwerk aus Großhändlern auf, die sie mit Waren beliefern. FBA-Seller sollten jedoch unbedingt auch Zertifikate und Patente der Produkte überprüfen. So lassen sich spätere Rechtsstreitigkeiten vermeiden.

7. Marketing und Werbung

Wer sich mit Produkten eingedeckt hat und diese in sein Warenwirtschaftssystem in der Seller Central eingetragen hat, möchte diese natürlich so schnell wie möglich über den Amazon-Marktplatz weiterverkaufen. Da die Konkurrenz auf dem Marketplace groß ist, können Verkäufer*innen Werbemaßnahmen nutzen, um ihre Produkte hervorzuheben.

Das geht auf ganz unterschiedlichen Wegen: Zum einen können Werbeanzeigen in der Listenansicht für ein Produkt geschaltet werden. Zu anderen kann man über eigene und fremde Websites und in sozialen Netzwerken seine Produkte verlinken, um den Absatz zu fördern. Auch ein seriöses Auftreten mit Marke, Logo und Corporate Design wirkt sich positiv auf Verkäufe aus. Wichtig ist, die Marketing-Kosten bereits bei der Preisgestaltung des Produkts miteinzuberechnen. Wer für seine Waren FBA auswählt, darf auch das begehrte Amazon-Prime-Logo verwenden, das sich ebenfalls verkaufsfördernd auswirkt.

8. Eingesetzte Verpackungen lizenzieren

Egal, ob Onlinehändler*in, Zwischenhändler*in oder Produzent*in: Wenn ein Unternehmen Verkaufsverpackungen (Versand-, Produkt- und Serviceverpackungen) an private Endverbraucher in Deutschland verschickt, muss das Unternehmen die Verpackungen lizenzieren. Durch die Lizenzierung beteiligt sich der/ die Onlinehändler*in am Recycling der Verpackungen an einem dualen System. Dies geht beispielsweise ganz schnell und einfach online via Lizenzero (Duales System Interseroh). Achtung: Die Lizenzierung muss bereits vor Inverkehrbringen der ersten Verpackung gelten – also sollten alle Händler*innen bereits vorab die Verpackungen lizenzieren.

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Versand durch Amazon: Die spezifischen Vorteile des FBA

Amazon FBA ist letztlich eine Erweiterung des standardmäßigen Verkaufens bei Amazon. Der große E-Commerce-Händler beschreibt die Vorteile des FBA wie folgt: „Senden Sie uns einfach Ihre Produkte und wir übernehmen die Lagerung, den Versand an die Kunden, den Kundenservice und die Bearbeitung von Warenrücksendungen.“ Das bietet Onlinehändlern viele Vorteile und einige wenige Nachteile. Wir haben Ihnen einmal die Vorteile und Nachteile aufgelistet.

Vorteile

  • Lagerhaltung und Versand der Online-Shop-Produkte durch Amazon
  • Onlinehändler*in erhält das Prime-Logo, das von Käufer*innen bei ihren Bestellungen bevorzugt wird
  • bessere Sichtbarkeit des Shops für die angebotenen Produkte
  • einfacher europaweiter Verkauf der Waren und paneuropäischer Versand

Nachteile

  • Lagerkosten und Provisionen müssen an Amazon gezahlt werden
  • Händler*in geben die Kontrolle über ihre Waren ab und binden sich an die Plattform

 

Affiliate-Partnerprogramm: Die Alternative beim Geld verdienen mit Amazon

Für alle, denen ein Amazon FBA Business zu arbeitsintensiv oder riskant erscheint, gibt es eine Alternative – eine „light“-Version sozusagen: das Amazon PartnerNet (auch: Affiliate Programm oder Amazon Partnerprogramm). Publisher und Influencer, die eine eigene Website besitzen oder in den Sozialen Medien aktiv sind, bietet sich die Möglichkeit, über sogenannte Affiliate Links im Internet Provisionen einzustreichen, wenn ein Nutzer auf einen entsprechenden Link auf der Website oder im Sozialen Netzwerk klickt und anschließend etwas bei Amazon kauft. Man besitzt in diesem Fall gar keine eigenen Produkte und ist lediglich Vermittler*in zwischen Kunden und Verkäufern. Der Affiliate Partner erhält für jeden Verkauf eine Provision zwischen 1,5 und 12 Prozent.

 

FAQs: Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Amazon-FBA-Business

Wir haben für Sie noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Amazon-FBA-Business kurz und knapp zusammengestellt.

Was ist ein Amazon-FBA-Business?

Bei einem Amazon-FBA-Business handelt es sich um ein Geschäftsmodell, das auf den Prinzipien „Verkaufen bei Amazon“ und „Versand durch Amazon“ beruht. Die Abkürzung FBA steht dabei für Fulfillment by Amazon. Das bedeutet, dass Amazon die Lagerhaltung für die Produkte des Händlers und die Abwicklung von Verkäufen über den Marktplatz übernimmt. Der/die Onlinehändler*in hat dadurch keinen Kontakt mehr zu den von ihm/ ihr vertriebenen Produkten, wenn für diese der FBA-Service genutzt wird.

Wie viel kostet Amazon FBA?

Die Kosten für Amazon FBA variieren je nach Menge, Größe und Gewicht der verkauften Produkte sowie der Kategorie, in der sie angeboten werden. Professionelle Verkäufer zahlen eine monatliche Grundgebühr von 39 Euro. Hinzu kommen Verkaufsprovisionen sowie Versand- und Lagergebühren.

 

Fazit – Ein Amazon-FBA-Business starten: Schritt für Schritt zum Erfolg im Onlinehandel

Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat, ein eigenes Unternehmen zu gründen, kann mit einem Amazon-FBA-Business relativ leicht in die Selbstständigkeit starten. Ein eigenes Geschäft aufzubauen, ist selten leicht. Es erfordert den Einsatz von Geld und Arbeitsleistung. Ein Amazon-FBA-Business zu starten ist deshalb von Vorteil, weil man im Rahmen eines Marktplatzes arbeitet, der schon Millionen von Kunden hat, denen man seine Produkte anbieten kann. Zudem ist der Markteintritt besonders flexibel. Gründer*innen können erst einmal mit einem Nebengeschäft beginnen und ihren Onlineshop anschließend zur Hauptberuflichkeit skalieren. Insgesamt kann das Verkaufen bei Amazon und der Versand durch Amazon somit als durchaus chancenreiche Möglichkeit, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen und gar ein eigenes Unternehmen zu gründen, betrachtet werden.

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