Richtige Abfalltrennung: Die 5 größten Irrtümer

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„Das landet doch eh später alles auf einen Haufen“ – diese und viele weitere Vorurteile schwirren zum Thema Abfalltrennung in den Köpfen der Bürger herum. Kein Wunder also, dass wir Deutschen unseren Abfall trotz unseres oft guten Rufs falsch oder überhaupt nicht trennen.
Dass dies nicht gut für die Umwelt ist, sollte uns eigentlich bewusst sein. Und dennoch ändert sich nur langsam etwas. Wieso das so ist? Das fragen sich auch die dualen Systeme, die tagtäglich mit den Problemen der falschen Abfalltrennung konfrontiert werden. Zusammen starten sie daher jetzt eine bundesweite Kampagne: „Mülltrennung wirkt“  – für mehr Klarheit in der Bevölkerung.

Doch was hat das alles mit dem Verpackungsgesetz zu tun? Wieso schließen sich die dualen Systeme zusammen? Antworten gibt es hier – inklusive der 5 größten Irrtümer zum Thema Mülltrennung!

 

Inhalt

 

Das Verpackungsgesetz und die Abfalltrennung

Seit Januar 2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz (VerpackG). Unternehmen, die Verkaufsverpackungen in den Umlauf bringen, werden damit verstärkt bei ihrer Produktverantwortung genommen: Neben der Registrierung im LUCID Verpackungsregister müssen Unternehmen ihre Verpackungen, die schlussendlich von den privaten Haushalten entsorgt werden, kostenpflichtig bei einem dualen System wie Interseroh via Lizenzero lizenzieren (sogenannte „Systembeteiligung“) und ihre Verpackungsmengen zu Abgleich- und Kontrollzwecken parallel in LUCID vermerken.

All diese Mechanismen dienen vor allem einem Ziel: Der Erhöhung der Recyclingquoten von gesammelten Verpackungen. Doch dies kann nur erzielt werden, wenn alle mit anpacken! Den ersten Schritt muss damit der Inverkehrbringer der Verpackungen leisten – und zwar durch die ordnungsgemäße Lizenzierung seiner Verpackungsmengen.

Für den zweiten Schritt ist der Endverbraucher zuständig, der durch ein recyclingfreundliches Design des Herstellers alle Verpackungen korrekt voneinander trennen und entsorgen kann.

Durch die Lizenzierung finanziert der Inverkehrbringer der Verpackungen gemäß seiner Produktverantwortung den Entsorgungs- und Verwertungsprozess seiner Verpackungen mit: Von der Sammlung des Verpackungsabfalls bei den privaten Haushalten, über die Sortierung der Wertstoffe in den Sortieranlagen bis hin zur Aufbereitung dieser zu Recyclingrohstoffen sorgen die per Lizenzentgelt finanzierten dualen Systeme für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

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Darüber hinaus können Unternehmen, die Verkaufsverpackungen in den Verkehr bringen, ihre Verpackungen nachhaltig(er) gestalten, so dass der Verbraucher die unterschiedlichen Materialien am Ende treffsicherer trennen kann.

Anschließend ist es am Endkonsumenten, zu einer hohen Recyclingquote beizutragen – Voraussetzung dafür ist die korrekte Trennung der Verpackungsabfälle und deren Entsorgung im richtigen Abfallbehälter. Gerade bei den Mengen an Verpackungsabfall, die jedes Jahr in Deutschland entstehen, ist dieser Schritt unerlässlich.

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Good to know: Durch die Verwertung von Verpackungsabfällen können aktuell jährlich ca. 3,1 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden – Grundvoraussetzung hierfür sowie eine Steigerung dieser Zahl ist korrekte Abfalltrennung.

 

Wieso tun sich jetzt die dualen Systeme zusammen?

Auch, wenn die dualen Systeme letztendlich im Lizenzierungsmarkt um die Inverkehrbringer der Verpackungen konkurrieren, liegt die Steigerung eines richtigen Trennverhaltens des Endkonsumenten in ihrer aller Interesse; deshalb starten sie jetzt gemeinsam eine Aufklärungskampagne: „Mülltrennung wirkt“.

Bereits im April des letzten Jahres haben sich die dualen Systeme für die Pilotkampagne in Euskirchen zusammengetan – jetzt wird diese Aktion bundesweit ausgerollt.

Aktuell wird der Abfall in Deutschland nicht korrekt getrennt: so landet z.B. fälschlicherweise viel Restabfall in der Gelben Tonne bzw. im Gelben Sack – gebrauchte Verpackungen, die in den Gelben Sack/in die Gelbe Tonne gehören, landen hingegen im Restabfall.

Diese Falschzuordnungen zum Restabfall behindern das Verpackungsrecycling: Die gebrauchten Verpackungen werden verbrannt und können nicht recycelt werden – beides führt zur Verschwendung von kostbaren Ressourcen und einem höheren CO2-Ausstoß.

Ziel der Kampagne ist daher, die Bevölkerung über die korrekte Trennung aufzuklären, die Endverbraucher für ein besseres Trennverhalten zu sensibilisieren und die Vorurteile zur Abfalltrennung aus dem Weg zu räumen.

Langfristig soll die Aufklärung so für eine bessere Sortierfähigkeit der Abfälle sorgen, so dass die Recyclingquoten des VerpackG eingehalten werden können. Durch eine bessere Mülltrennung können dann noch mehr Ressourcen und CO2 eingespart werden.

Einen positiven Effekt zeigte das Pilotprojekt: Die Bürgerinnen und Bürger in Euskirchen konnten den Anteil an Restabfällen in den Gelben Tonnen signifikant reduzieren und so mit ihrem Trennverhalten aktiv zum Umweltschutz beitragen.

 

Top 5: Das sind die größten Irrtümer zum Thema Mülltrennung

Vorurteile in Sachen Mülltrennung sind in vielen Haushalten an der Tagesordnung und verhindern, dass Wertstoffe in viel höherer Zahl recycelt werden können. Zeit, mit diesen Irrtümern aufzuräumen!

  1. Mülltrennung bringt der Umwelt nichts.
    Falsch! Denn es kann so einfach sein: Indem der Endverbraucher korrekt trennt, leistet er einen unmittelbaren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz, zur Ressourcenschonung und zur Kreislaufführung von Wertstoffen. So hat das Öko-Institut errechnet, dass durch das Verpackungsrecycling aus Glascontainer, Papiertonne und Gelbem Sack bzw. Gelber Tonne hierzulande jedes Jahr rund 3,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können. Zum Vergleich: Soviele Emissionen produziert die gesamte Stadt Bonn in einem Jahr.
  2. In den Gelben Sack gehören ausschließlich Kunststoffe.
    Auch das ist nicht wahr. Denn nicht nur Plastikverpackungen sind im Gelben Sack bzw. Gelber Tonne richtig aufgehoben, sondern auch solche aus Aluminium, Verbundmaterialien (z.B. Milch- oder Saftkartons) und Weißblech. Fehl am Platze sind hingegen alle Nicht-Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterial wie Disketten oder Zahnbürsten sowie anderweitiger Restmüll wie Windeln oder Essensreste. Ebensowenig gehören nicht restentleerte Verpackungen und sehr verschmutzte und in den Gelben Sack und die Gelbe Tonne.
    Wichtig: In manchen Kommunen gibt es schon Wertstofftonnen – hier können alle aus Kunststoff und Metall bestehenden Abfälle eingefüllt werden. Unsicher? Die lokale Abfallberatung hilft – siehe mülltrennung-wirkt.de.
  3. Das wird doch eh alles verbrannt.
    Die Wahrheit ist: Nur das, was in der Restmülltonne entsorgt wird, wird verbrannt und kann somit nicht im Kreislauf geführt werden. Korrekt dem Glascontainer, der Papiertonne oder dem Gelben Sack/der Gelben Tonne zugeordnete Verpackungen hingegen können recycelt werden – deshalb ist es auch so wichtig, eben nicht alles einfach in die Restmülltonne zu werfen.
  4. Ich brauche nicht trennen, das macht die Sortieranlage für mich.
    Das ist nicht richtig, denn falsch getrennte Abfälle behindern den Recyclingprozess enorm. Die Erklärung: Die Aufgabe von Sortieranlagen besteht darin, Verpackungsabfälle zu trennen. Wenn nun große Mengen an Restmüll die Verpackungsabfälle verunreinigen, können diese im Zuge der Sortierung nicht eindeutig einem Material zugeordnet werden und somit nicht nach Wertstoffen getrennt erfasst werden. Ein Recycling ist dann nur noch zu deutlich geringeren Quoten möglich. Also bitte: Essensreste, Putzlappen und gebrauchte Taschentücher nicht im Gelben Sack/der Gelben Tonne entsorgen!
  5. Sortieranlagen können kleine Verpackungen gar nicht erkennen, deshalb muss ich sie auch nicht trennen.
    Das stimmt nicht. Sortieranlagen besitzen verschiedene, im Laufe des Sortierprozesses immer feiner werdende Siebstufen, durch die die Abfälle laufen. Kleine Verpackungen und deren Bestandteile können also sehr wohl sortiert werden und anschließend verwertet werden, sodass es sich lohnt, auch diese Verpackungen dem richtigen Abfallbehälter zuzuordnen.

 

Fazit

Wie man sieht, sind nach wie vor zahlreiche Vorurteile zum Thema Abfalltrennung im Umlauf, die dafür sorgen, dass Alltagsabfälle Tag für Tag von uns Deutschen nicht korrekt getrennt und entsorgt werden.

Um einen weiteren großen Schritt in Richtung Umweltschutz zu machen und die Recyclingquoten des Verpackungsgesetzes umsetzen zu können, haben sich die dualen Systeme daher für die Kampagne „Mülltrennung wirkt“ zusammengetan. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Euskirchen hoffen die dualen Systeme auf eine insgesamt bessere Sortierfähigkeit der Abfälle.

Gehen Sie als Händler den ersten Schritt: Lizenzieren Sie Ihre in Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen, die im zweiten Schritt vom privaten Haushalt entsorgt werden und tragen Sie so zur Finanzierung einer fachgerechten Sammlung, Sortierung und Verwertung Ihrer Verpackungen bei.

 

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