Verpackungslizenzierung für Onlinehändler: Was bedeutet das neue Verpackungsgesetz für E-Commerce-Unternehmen?

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Der Handel mit Waren, die im Internet gekauft werden, nimmt immer weiter zu. Die Anzahl der verschickten Warensendungen im E-Commerce wächst jedes Jahr im zweistelligen Bereich. Durch diesen anhaltenden Boom entsteht ganz beiläufig ein riesiger, zusätzlicher Berg an Verpackungsabfall. Die Politik reagiert mit der Einführung eines neuen, strengeren Verpackungsgesetzes ab dem 1. Januar 2019. Was bedeutet die Verpackungslizenz für Onlinehändler? Wir stellen Ihnen die wichtigsten Fakten im Überblick vor.

Die Menschen in Deutschland kaufen immer mehr im Internet ein. Das vergangene Jahr 2017 hat bereits alle Rekorde gebrochen und dürfte von 2018 noch einmal übertroffen werden. Onlinehändler haben im vergangenen Jahr 58,5 Milliarden Euro im Internet umgesetzt – eine Steigerung von 11 Prozent zum Vorjahr. Verbraucher schätzen die neuen digitalen Möglichkeiten des Einkaufens. Meistens ist die Onlinebestellung nicht nur sicher und schnell aufgegeben, sie wird vom Versanddienstleister auch direkt bis vor die Haustür gebracht. Bei einigen Anbietern geschieht dies mittlerweile sogar noch am Tag der Bestellung.

Neben den vielen Vorzügen des Onlinehandels für Verbraucher und Unternehmen ergibt sich vor allem ein großer Nachteil des Versand-Booms: Es entsteht ein riesiger Haufen Verpackungsabfall aus Millionen zusätzlicher Kartons, Versandtaschen und Füllmaterialien. Auch viele weitere Materialien wie Verbundstoffe, Metalle, Glasflaschen und Getränkeverpackungen berücksichtigt das Gesetz. Der Gesetzgeber reagiert auf den zunehmenden Verpackungsmüll mit einem neuen, strengeren Verpackungsgesetz (VerpackG), das die bisherige Verpackungsverordnung am 1. Januar 2019 ablöst. Grundsätzlich enthielt auch schon die VerpackV viele dieser Regelungen: Jedes Unternehmen, das Verkaufsverpackungen als sogenannter Erstinverkehrbringer erstmalig nutzt und in den Umlauf bringt, muss die verwendeten Verpackungen nach wie vor bei einem dualen System beteiligen und auf diese Weise einen finanziellen Beitrag leisten, mit dem die Sammlung, Sortierung und das Recycling seiner Verpackungen sichergestellt wird. Neu ist hingegen die Registrierungs- und Datenmeldepflicht bei der neu geschaffenen Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister. Betroffen sind Onlinehändler wie auch alle anderen Unternehmen, die Verkaufsverpackungen erstmals gewerblich in den Umlauf bringen, also auch kleinere Verkäufer bei eBay, Amazon oder Etsy. Die Regelung gilt ab der ersten Verpackung. Die Verpackungslizenzierung für Onlinehändler wird mit dem neuen Gesetz Pflicht und Unternehmen, die sich nicht an die neue Regelung halten, drohen hohe Geldbußen, Verkausfverbote und Abmahnungen.

 

Die Verpackungslizenzierung für Onlinehändler im Schnell-Check

  • Am 1. Januar 2019 ist das neue, strengere Verpackungsgesetz in Kraft getreten
  • Onlinehändler müssen erstmalig befüllte und in Verkehr gebrachte Verkaufsverpackungen lizenzieren
  • Unternehmen müssen sich fortan vor Inverkehrbringen der ersten Verpackung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister in der Datenbank LUCID registrieren
  • Nach der Registrierung in LUCID müssen die Händler die eingesetzten Verpackungen bei einem dualen System wie Interseroh (über dessen Onlineshop für Verpackungslizenzierung Lizenzero) anmelden

 

Verpackungslizenzierung für Onlinehändler: Was ändert sich für E-Commerce-Unternehmen durch das neue Verpackungsgesetz?

Im Grunde genommen ändert sich durch das neue Verpackungsgesetz gar nicht so viel. Viele der Regelungen waren auch schon in der Verpackungsverordnung enthalten. Das Ziel des neuen Verpackungsgesetzes besteht darin, die Quote der recycelten Verpackungen zu erhöhen, für fairen Wettbewerb und mehr Transparenz zu sorgen sowie Verstöße gegen das neue Gesetz strenger und leichter sanktionieren zu können. Somit soll letzten Endes durch mehr recycelte Verpackungsmaterialien ein wertvoller Beitrag für die Umwelt geleistet werden. Daraus folgt, dass zum 1. Januar 2019 die Verpackungslizenz für Onlinehändler eine wichtige Rolle spielen wird, die auch kleine Unternehmen nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.

Als größte Neuerung des Gesetzes ist wohl die Einrichtung der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister anzusehen, die zukünftig als Kontrollorgan für das neue Verpackungsgesetz dienen soll. Unternehmen müssen sich schon vor Versendung der ersten Verpackung im zugehörigen und öffentlich einsehbaren Register LUCID anmelden. Dieses Register kann von Kunden und Wettbewerbern eingesehen werden und macht Verstöße gegen das Verpackungsgesetz leicht sichtbar.

Wer sich bei LUCID angemeldet hat, kann zum nächsten Schritt übergehen. Anschließend müssen sich Unternehmen bei einem dualen System anmelden und ihre Verpackungen lizenzieren. Die Verpackungslizenz für Onlinehändler lässt sich beispielsweise über Lizenzero für das Duale System Interseroh erwerben.

Hinweis: Sie betreiben Ihren Onlinehandel über Drop-Shipping oder Fulfillment-Modelle? Lesen Sie die hierfür geltenden Vorgaben unter den entsprechenden Schlagwörtern in unserem FAQ nach: https://www.lizenzero.de/faq/

 

Der Ablauf: So lizenzieren Onlinehändler ihre Verkaufsverpackungen  

  • Versandhändler müssen sich zunächst auf www.verpackungsregister.org in der Datenbank LUCID registrieren
  • Als Onlinehändler erstellt er in wenigen Schritten ein Kundenkonto bei Lizenzero und meldet seine Verpackungsmengen bei dem Dualen System Interseroh an
  • Anschließend meldet er die bei Interseroh beteiligte Verpackungsmenge auch der Zentralen Stelle Verpackungsregister
  • Zu Beginn des Folgejahres muss eine Jahresabschluss-Mengenmeldung gesendet werden – an das duale System und die Zentrale Stelle Verpackungsregister
  • Onlinehändler, die sehr viele Waren verschicken, müssen eine jährliche Vollständigkeitserklärung abgeben (z.B. ab 50.000 Kilogramm Karton)

 

Anschaulich erklärt auch das folgende Video noch einmal alle zu beachtenden Pflichten:

 

Abmahnungen für Onlinehändler: Welche Strafen drohen bei Missachtung der Lizenzierungspflicht?

Wie eingangs bereits erwähnt, ist eine der größten Neuerungen des Verpackungsgesetzes die Transparenz, die durch die Zentrale Stelle Verpackungsregister geschaffen wird. Kunden, Mitbewerber und Wettbewerbszentralen können jetzt ganz leicht sehen, welche Onlinehändler sich registriert haben. So soll für einen fairen Wettbewerb gesorgt werden. Falls ein Onlinehändler sich nicht regelkonform verhält, kann er abgemahnt werden. Zudem kommen durch das neue Verpackungsgesetz teils erhebliche Strafen in Form von Geldstrafen und Verkausfverboten auf die Versandhändler zu. Ein Verstoß gegen das Gesetz zählt als Ordnungswidrigkeit und wird laut §34 VerpackG mit einem Bußgeld von bis zu 200.000 Euro pro Fall bestraft. Onlinehändler und alle Gewerbetreibenden, die Produkte in neu in den Umlauf gebrachten Verpackungen versenden, sollten deshalb unbedingt auf ihre Verpflichtungen achten. Bereits von Herstellern der Waren lizenzierte Verpackungen müssen übrigens nicht mehr neu registriert werden. Allerdings liegt die Beweislast bei den Onlinehändlern als Letztvertreibern, sicherzustellen, dass ein Zulieferer einen Karton oder ähnliches bereits lizenziert hat.

 

Onlinehändler können ihren Verpflichtungen ohne großen Aufwand nachkommen

Was auf den ersten Blick wie ein großer Aufwand ausschaut, ist in der Praxis zumindest für kleinere und mittelgroße Onlinehändler in wenigen Minuten erledigt. Die Anmeldung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister nach § 9 VerpackG lässt sich in wenigen Schritten gesetzeskonform und kostenlos online vornehmen. Und auch die anschließende Anmeldung bei einem dualen System lässt sich bequem im Internet erledigen. Bei Lizenzero können Onlinehändler in wenigen Schritten ein Kundenkonto erstellen und sich beim Dualen System Interseroh registrieren. Anschließend können sie schnell und bequem allen Verpflichtungen wie etwa den Mengenmeldungen und dem Jahresabschluss nachkommen. Bei Lizenzero stehen dafür die nützliche Berechnungshilfe und der praktische Verpackungsmengen-Kalkulator zur Verfügung. So hält sich der Zeitaufwand für Onlinehändler in Grenzen. Unternehmen leisten auf diese Weise schnell und einfach einen Beitrag zum Recycling und für die Umwelt – und haben mehr Zeit, um sich auf ihr Geschäft und ihre Kunden zu konzentrieren. 

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