Recycling-Zeichen auf Verpackungen: Die wichtigsten Codes im Überblick

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Nachhaltiges Wirtschaften wird für Unternehmen heutzutage immer wichtiger, nicht zuletzt, weil von Verbraucherseite zunehmend ein nachhaltiges Engagement gefordert wird. Zur Gewinnung potentieller Kunden können unter anderem Unternehmen Recycling-Symbole nutzen, um ihr umweltbewusstes Handeln und die Recyclingfähigkeit der Produkte zu kennzeichnen. Verbraucher können diese auf zahlreichen Verpackungen und Produkten entdecken.

Die jeweiligen Buchstaben und Nummern, die im Symbol verzeichnet sind, beschreiben, aus welchem Material die Verpackung besteht. Sie sollen dabei helfen, dass die Verbraucher die Verpackungen korrekt sortieren und entsorgen. Welche Codes gibt es und wofür stehen sie? Wir geben einen Überblick über die zahlreichen Recycling-Nummern und Kürzel.

 

Inhalt

 

Auf vielen Verpackungen, die Verbraucher im Einzelhandel kaufen können, befinden sich Recycling-Zeichen. Das wichtigste Recycling-Zeichen ist wohl das allgemeine Recycling-Symbol, das aus drei grünen Pfeilen besteht, die in einem Dreieck angeordnet sind. Als zusätzliche Kennung enthalten die genutzten Symbole eine Nummer in der Mitte und ein Buchstabenkürzel darunter. Die Codes können die Rückführung der jeweiligen Produkte in den Wertstoffkreislauf unterstützen, indem sie dem Verbraucher bei der korrekten Entsorgung der Verpackungen Orientierung leisten.

Während das allgemeine Zeichen mit den drei Pfeilen, die im Dreieck angeordnet sind, immer gleich bleibt, ändern sich die Nummern und Buchstabenkürzel je nach Stoffkategorie und Produkt. Eine Verpackung aus Kunststoff wird beispielsweise mit den Nummern 01 bis 07 ausgewiesen und enthält zusätzlich ein Kürzel für die jeweilige Kunststoffart. Handelsübliche Kunststoffflaschen, die oftmals für Getränke eingesetzt werden, haben im Recycling-Symbol zum Beispiel die Nummer 01 mit dem Kürzel PET oder PETE (Polyethylenterephtalat).

Diese Kunststoff-Codes haben eine lange Historie: Sie wurden im Jahr 1988 eingeführt, als die Bezeichnung „SPI resin identification coding system“ vom internationalen Verband der Plastikindustrie, der Society of the Plastics Industry (SPI), veröffentlicht wurde. Die verschiedenen Buchstaben-Kürzel beruhen dabei auf den genormten Kurzzeichen für die jeweiligen Kunststoffe.

 

Die wichtigsten Recycling-Zeichen auf Verpackungen im Überblick

Insgesamt gibt es ein paar Recycling-Zeichen auf Verpackungen, die für Verbraucher von Interesse sind. Unterschieden wird hier zwischen Kunststoffen, Papier, Pappe und Karton, Metallen, Holzmaterialien, Textilien, Glas und Verbundstoffen. Die Verbundstoffe machen mit Abstand die größte Gruppe an Stoffen aus. Wir haben Ihnen im Folgenden die wichtigsten Nummern und Kürzel übersichtlich aufgelistet:

 Recycling-Zeichen

 

Was genau verbirgt sich hinter den Materialbegriffen? Was muss bei der Entsorgung beachtet werden? Zur besseren Verständlichkeit stellen wir folgend ausgewählte Materialien genauer dar:

  • 01: PET – Polyethylenterephtalat:
    Der Kunststoff Polyethylenterephtalat ist Teil der Polyethylen (PE)-Kunststoffgruppe. Neben den typischen PET-Flaschen wird der Kunststoff für Folien, Planen, Tüten, Haushaltswaren und viele weitere Produkte verwendet. Verpackungen und Produkte, die das Kürzel PET im Recycling-Zeichen enthalten, müssen über die Gelbe Tonne/den Gelben Sack entsorgt werden. Die dualen Systeme sortieren und recyceln den Kunststoff, so dass das recycelte Material für neue Verpackungen eingesetzt werden kann.
  • 05: PP – Polypropylen:
    Polypropylen ähnelt dem Polyethylen und wird u.a. in der Automobil- und Möbelbranche eingesetzt. Im Vergleich zu PET ist PP fester und wärmebeständiger, weshalb der Kunststoff vor allem für Innenausstattungen von Autos, Kabelummantelungen, Produkte im Bauwesen sowie im Modellbau und in der Medizintechnik verwendet wird. Vor der Entsorgung in die Gelbe Tonne/in den Gelben Sack sollten Verpackungen aus PP von etwaigen starken Verschmutzungen befreit und entleert werden. Auch hier übernehmen die dualen Systeme die Sortierung und Verwertung der Verpackungen.
  • 06: PS – Polystyrol:
    Polystyrol gilt als Standardkunststoff, da das Material bei vielen Haushalten bekannt ist. Neben Verpackungen im Lebensmittelbereich (z.B. Joghurtbecher, Kaffeesahne) wird der Kunststoff für Gebäudeisolierungen und als Schaumstoff zur Dämmung eingesetzt. Der private Endverbraucher kann PS in der Regel über die Gelbe Tonne/den Gelben Sack oder direkt über die Recyclinghöfe entsorgen.
  • 22: PAP – Papier:
    Heutzutage findet Papier fast überall Einsatz – kaum ein anderes Material lässt sich so gut wiederverwerten wie dieses. Die Entsorgung erfolgt über die gesonderte Wertstofftonne. Vorab sollte jedoch jegliches anderes Material, beispielsweise eine Plastikfolie, vom Papier entfernt und gesondert entsorgt werden.
  • 41: ALU - Aluminium:
    Als leichtes, biegsames Metall lässt sich Aluminium in vielen Bereichen flexibel einsetzen. Neben den üblich bekannten Konservendosen wird Aluminium für Tuben, Getränkedosen, Deos, aber auch in der Herstellung von Laptops oder Smartphones verwendet. Gut zu wissen: Aluminium lässt sich zu 100 Prozent recyceln und wiederverwenden, daher ist die korrekte Entsorgung besonders wichtig. Diese muss über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne erfolgen.
  • 70-72: GL – Glas:
    Das Material Glas wird vor allem in der Lebensmittelbranche eingesetzt. Neben Mehrweg-Getränkeflaschen, die die Konsumenten zurück zum Inverkehrbringer bringen, gibt es pfandfreie Einwegflaschen wie Wein, Gurken- oder Marmeladengläser, die vom Endverbraucher gesondert entsorgt werden müssen. Die Entsorgung erfolgt über die Altglascontainer, welche von den dualen Systemen flächendeckend bereitgestellt und geleert werden. Der Verbraucher befreit das Altglas von etwaigen Kunststoffdeckeln, Korken oder ähnlichen Verschlüssen und sortiert es dann je nach Farbe in die entsprechenden Container.

 

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Recycling-Codes vereinfachen die Rückführung von Verpackungsmaterialien

Durch die Recycling-Codes können informierte Verbraucher auf einen Blick erkennen, welches Material für ein Produkt verwendet wurde. Dies soll dem Verbraucher die korrekte Entsorgung der Materialien erleichtern, so dass ein Produkt oder eine Verpackung nach der Nutzung wieder dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden kann.

Die sachgerechte Entsorgung von Verpackungen ist ein entscheidendes Kriterium für das Funktionieren des Wertstoffkreislaufs in Deutschland und soll durch die Recycling-Zeichen auf Verpackungen vereinfacht werden. Zudem kann durch die Codes auch die Kaufentscheidung durch die Endverbraucher beeinflusst werden. Wer beispielsweise auf Kunststoffe verzichten möchte, kann mit den Symbolen Produkte und Verpackungen erkennen, die ohne dieses Material auskommen.

Der andere notwendige Aspekt für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist die Finanzierung durch die Lizenzierung der in Umlauf gebrachten Verpackungen durch deren Inverkehrbringer. Durch das Lizenzentgelt, welches sich nach Menge und Materialart der Verpackungen berechnet, beteiligen sich die betroffenen Unternehmen an einem der dualen Systeme. Diese sind für den Entsorgungs- und Verwertungsprozess der Verpackungsabfälle zuständig, so dass schlussendlich die Unternehmen mittels ihres Lizenzentgelts Verantwortung für das Recycling ihrer Verpackungen übernehmen.

Seit Anfang 2019 verpflichtet das Verpackungsgesetz (VerpackG) alle sogenannten Erstinverkehrbringer neben dieser sog. Systembeteiligung (= Lizenzierung), die bereits seit 1991 gilt, auch zur Registrierung und Datenmeldung bei einer eigens zu diesem Zwecke geschaffenen Kontrollinstanz – der Zentralen Stelle Verpackungsregister. Weitere Informationen zur Pflichterfüllung finden Sie unter „Neues Verpackungsgesetz 2019: Die wichtigsten Fakten und Neuerungen im Überblick“.

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Fazit – Recycling-Zeichen auf Verpackungen: Sinnvolle Hilfe bei der Rückführung von Materialien?

Die Recycling-Zeichen auf Verpackungen können dabei helfen, Verbrauchern im Alltag eine schnelle Orientierung zu geben, aus welchen Materialien Verpackungen und Produkte hergestellt werden. Auf diese Weise können die Konsumenten fundierte Kaufentscheidungen treffen und die Verpackungen im Anschluss korrekt entsorgen. Da die Zeichen gesetzlich nicht vorgeschrieben sind, ist es den Produzenten selbst überlassen, ob sie ihre Erzeugnisse mit einem entsprechenden Aufdruck versehen. Nützlich sind die Recycling-Zeichen auf Verpackungen auf jeden Fall. Denn Verbraucher, die Waren nach Gebrauch korrekt vorsortieren und über die entsprechenden Wertstofftonnen dem Recycling-Kreislauf zuführen, tragen einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz bei.

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